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Ein Beispiel des wahren Rock 'n' Roll Oppenweiler - Dirty old men, eine Coverband, die bereits mehrfach das Publikum in Oppenweiler in Hochstimmung versetzt hatte, trat wieder einmal im Rentamtskeller auf. Und auch diesmal wurde niemand enttäuscht, selbst wenn der Abend unter ungünstigen Bedingungen startete.VON MARINA HEIDRICH Zwei Drittel der Band gehören dringend ins Bett, der Grippevirus hat unerbittlich zugeschlagen. Fatalerweise ausgerechnet auch noch bei drei der vier Sänger. Fieber, Schnupfen, Husten, Heiserkeit - die Dirty old men beweisen trotz allem die richtige Rock 'n' Roll-Einstellung und gehen bis an ihre physischen Grenzen. Die Musik der 60er, 70er und 80er scheint ungeahnte Adrenalinschübe freizusetzen. Zwar ist mit Keyboarder Stephan Schulte ein Arzt Bandmitglied, nur hat es ihn diesmal selbst ordentlich erwischt. Die Band nimmt's mit Humor, Onkel-Doktor-Witze inbegriffen. Sänger Jörg "Minni" Heiliger sieht aus, wie durchs Wasser gezogen, verliert bei seinem rasanten Wechseln zwischen Gitarre, Handtuch und Papiertaschentüchern aber trotzdem nie die gute Laune. Sologitarrist Bernd Kleiner erlaubt sich bei fast 40 Grad Fieber nonchalantes Spielen im Sitzen, seine Finger scheinen vom Virus nicht betroffen zu sein und fliegen gewohnt rasant über das Griffbrett. Basser Frank Leufgen übernimmt die Rettungsankerfunktion, singt, tanzt, macht die Ansagen und groovt so ganz nebenbei höllisch. Man kann kaum glauben, dass die Jungs (ja, der Begriff ist tatsächlich absichtlich gewählt) alle Baujahr 1950 bis 1960 sind. Einzig der Schlagzeuger bildet gesundheitstechnisch mal wieder die Ausnahme: Roland "Fifi" Maurer erfreut sich in einer Ecke, weit weg von den anderen Bazillenschleudern, bester Gesundheit und genießt dies sichtlich. Dafür muss er sich manchen gutmütig-ironischen Spruch anhören. Seit über 15 Jahren findet im Rentamtskeller in Oppenweiler ein bunt gefächertes, kleines aber feines Kulturprogramm statt. Initiatorin der fast immer bereits weit im Vorfeld ausverkauften Veranstaltungen ist Helga Richter, langjährige Leiterin des Haupt- und Kulturamts der Gemeinde Oppenweiler, die dieser Tage in den Ruhestand verabschiedet wurde. Quasi zum Abschied buchte sie die Dirty old men. In der Pause greift auch sie zum Mikrofon und bedankt sich bei ihrem Stammpublikum für 15 Jahre Treue zum Rentamtskeller. Als Basser Frank Leufgen ihr im Namen der Band einen Blumenstrauß überreicht und im Publikum herzlicher Applaus erklingt, merkt man der ansonsten stets souveränen Beamtin das Ringen um Fassung doch deutlich an. Schließlich ist das Kulturprogramm sozusagen ihr Kind, das sie nun zum letzten Mal unter den Fittichen hatte. Ein kurzer Augenblick der Wehmut, doch dann geht es weiter mit der gute Laune machenden Musik von Dirty old men. Die Stimmung kocht, und kurz vor Mitternacht ist es dem Publikum wohl genauso heiß, wie den Jungs auf der Bühne. Die sich nach fast vier Stunden sogar noch zu einer Zugabe hinreißen lassen. Das ist nun wahrlich Rock 'n' Roll! |
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